Bauen im Bestand / Denkmalschutz

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Altbaubestände – vor allem denkmalgeschützte Gebäude – stehen immer häufiger im Blickfeld der Öffentlichkeit, umso mehr, als die originäre, historische Bausubstanz in den Städten und auf dem Land stark zurückgeht. Vielerlei Gründe sprechen dafür, die Baukunst unserer Vorfahren sorgsam und mit Respekt zu behandeln. Im nachfolgenden sind die erforderlichen Schritte der Bearbeitung skizzenhaft dargestellt.

Unabhängig davon, ob es sich um denkmalgeschützte Objekte oder um nicht unter Schutz stehende Altbauten handelt, ist eine gründliche Bestandsaufnahme mit Aktenstudium in den Plankammern der Bauämter bzw. der Archive der Landesdenkmalämter unerlässlich, ebenso eine zeichnerische und fotografische Dokumentation.

Auf der Grundlage der Nutzungsanforderung wird ein verträgliches und an das Gebäude angepasstes Raumkonzept entwickelt. Dabei hat der Erhalt der originären Bausubstanz – zunächst aus Gründen des Denkmalschutzes, aber auch aus wirtschaflichen Erwägungen heraus – oberste Priorität. Selbst eine aufwändige Reparatur ist bei hochwertiger Bausubstanz oft günstiger als die Neuherstellung. Die historischen Bauteile fördern durch die Ausstrahlung der Immobilie bei der Vermietung oder dem Verkauf deren Rendite, da die meisten Immobilienentscheidungen emotional getroffen werden.

Voraussetzung für eine adäquate Durchführung ist die Auseinandersetzung mit historischen Baustoffen und traditionellen Handwerkstechniken. Selbstverständlich werden die gestiegenen Anforderungen an die Energieeinsparung und ein hoher haustechnischer Komfort berücksichtigt und in der Zusammenarbeit mit Fachplanern umgesetzt. Oft bedeutet die Abwägung dieser manchmal gegensätzlichen Interessen eine Gratwanderung: An welchen Stellen kann die originäre Bausubstanz ertüchtigt oder gar eine nicht DIN- gerechte Ausführung akzeptiert werden?

Eine sinnvolle Nutzung und Bewirtschaftung des vorhandenen Gebäudes sichert dessen Weiterbestand.